Im Hochland um La Paz herum, dem bevorzugten Reisegebiet für Trekker und Bergsteiger gab es praktisch keine Ausschreitungen. Etwaige Proteste liefen durchweg friedlich ab und beschränkten sich auf kurzzeitige Schließungen von Verkehrswegen, zumeist innerhalb der Stadt. Ich habe mich den kompletten Zeitraum in Bolivien aufgehalten - ohne auch nur ein einziges Mal Gewalt gesehen zu haben oder gar durch Proteste beeinträchtigt worden zu sein. Ausländer werden von den rivalisierenden Gruppen normalerweise außen vor gelassen und erstmal freundlich behandelt. Diese Verhaltensweise konnte ich auch in den vorangegangenen Jahren bei Strassenblockaden immer wieder beobachten.
Das heißt Bolivien ist weiterhin als ein relativ sicheres Reiseland zu bezeichnen und gefahrlos zu bereisen, wenn bestimmte Grundregeln eingehalten werden. Die größte Gefahr aber geht von den wirklich geschickten Taschendieben aus, bewaffnete Überfälle sind sehr selten.
Ich warne daher vor übertriebener Vorsicht und kann dieses landschaftlich und kulturell so vielfältige und eindrucksvolle Reiseland guten Gewissens weiterhin bedingungslos empfehlen. Auch wenn einige Reportagen oder Angaben z.B. des Auswärtigen Amtes das Gegenteil behaupten, plädiere ich eher den Aussagen von jemanden zu glauben, der vor Ort ist und mitten im Land lebt und dort sehr viel unterwegs ist.
Natürlich kann sich die Situation weiterhin jederzeit verschärfen. Viele Zwistigkeiten sitzen tief und sind noch lange nicht gelöst. Trotzdem wäre es schade, diesem einzigartigen Naturparadies allein deshalb den Rücken zu kehren.
Wer Fragen zur aktuellen Lage hat kann sich jederzeit gerne an mich wenden.
Ich würde mich freuen sie demnächst trotz allem in Bolivien begrüßen zu können!
Thomas Wilken


